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Wir brauchen einen „Dom“ für Ludwigshafen

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Drei Vertreter des Ludwigshafener Einzelhandels waren am Mittwoch, den 27.08.2014 zu Gast bei der Jungen Union Ludwigshafen: Herr Kuthan von „Kuthan-Immobilien“, Herr Kehl vom Innenausstatter „DÖRR planen + einrichten“ und Herr Schad vom Kleidungsgeschäft „Chr. Schad Pelz & Ledermode“.

Die Vertreter der Initiative „TOPinLU“, welche aus insgesamt 14 inhabergeführten Fachgeschäften besteht, haben über die aktuell wenig rosig ausschauende Lage der Ludwigshafener Innenstadt gesprochen. In vielen Verkaufsgesprächen wird Herr Schad von seinen Kunden gefragt, was denn mit der Ludwigshafener Stadt passiert sei. „Die Innenstadt besteht abgesehen von den übrig gebliebenen Fachgeschäften nur noch aus wenigen Handy-Läden, 1-Euro-Shops und Shisha-Bars. Dies macht auf viele Kunden keinen guten Eindruck“, berichtet Herr Schad. Die Geschäftsinhaber sind der Meinung, dass für die derweil 80 Leerstände in der Innenstadt politische Entscheidungen wie die Verlagerung des Hauptbahnhofs 1969 aus der Innenstadt raus und der Bau des Industriegebiets in Westlich B9 nicht unbedeutend waren. Die Eröffnung der Rhein Galerie wird einhellig als positiv für das Gesamtbild der Stadt gesehen, jedoch wird angezweifelt ob dadurch eine Wiederbelebung bspw. der Fußgängerzone (Bismarckstraße) erfolgt. Obwohl die Rhein Galerie gut besucht ist sieht Herr Kehl keine Option für sich dort eine Filiale zu eröffnen. „Das Publikum stimmt größtenteils leider nicht mit unserer Zielgruppe überein, da es zu jung ist“.

Der Ausbau des Rheinufer Süds und der Parkinsel wird ebenfalls begrüßt, da die dortigen Bewohner wieder mehr Kaufkraft nach Ludwigshafen bringen können. „Ich befürchte allerdings, dass es noch einige Jahre dauern kann, bis diese neuen Ludwigshafener sich mit unserer Stadt identifizieren und dann auch gerne in Ludwigshafen statt in Mannheim einkaufen gehen.“, merkt Herr Schad an. Dieses generelle Problem der fehlenden Identifikation der Ludwigshafener Bürger mit ihrer Stadt sieht auch Herr Kuthan, der mittlerweile auch Büros in Bad Dürkheim und Mannheim eröffnet hat, weil es dort teilweise leichter ist Neukunden zu gewinnen.

Was kann die Politik konkret tun, um die Innenstadt wieder aufzuwerten? In einer lockeren Diskussion stand diese Frage im Fokus. Dabei kam der Gedanke auf, dass Ludwigshafen einen Grund braucht, dass die Leute die Innenstadt besuchen. „Wir brauchen so etwas wie einen Dom“, wirft der Vorsitzende der Jungen Union Ludwigshafen Maximilian Göbel ein. Damit ist ein Anziehungspunkt gemeint, der mehr Menschen überzeugt, dass es sich lohnt nach Ludwigshafen zu kommen. Ein Beispiel von Herrn Kuthan wäre der Ausbau der Innenstadt zu einer Outlet-City, orientiert an Metzingen. Herr Kehl schlägt den Bau eines Chemie-Kongresszentrums vor, welches zum Chemie-Image der Stadt durch die BASF passen würde. In die momentan leer stehenden Geschäfte könnten Dienstleister wie Ärzte und Anwälte einziehen, die sich dann besser präsentieren könnten.

Der wichtigste Punkt aus Sicht der Jungen Union Ludwigshafen ist, dass wieder Leben in die Innenstadt kommt. Dies ließe sich in erster Linie durch den Umbau der Geschäfte zu Wohnungen und die anschließende Vermietung umsetzen. Die Innenstadtlage ist beispielsweise für Studenten aus Ludwigshafen und Mannheim sehr interessant.

Insgesamt war der Austausch mit den Vertretern von TOPinLU sehr angenehm und ergebnisreich. Die Junge Union würde sich freuen, wenn einige der Verbesserungsvorschläge durchgesetzt werden könnten und möchte diese deshalb weiter diskutieren.

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